24.3. – 4.4. (801km)

(Ein bisschen Transit)
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Österreich war für uns nur Transit um so schnell wie möglich in den Süden zu kommen. Über die malerische Alpenpanoramastraße ging es zuerst nach Salzburg und dann auf die Vignetten freie Bundesstraße 1. Wiedermal keine Grenzkontrollen und keinen hat ein Test interessiert. Das Befahren der Bundesstraße erwies sich als Reinfall: Eine hektische Strecke mit aggressiven LKW-Fahrern entlang Industriewelten und gespickt mit Riesenwerbetafeln. Genervt fanden wir dann aber einen ruhigen Wildspot an der Donau. Kalt war’s, aber Maultaschensuppe wärmte uns auf. Durch den naturnahen Wienerwald stoppten wir kurz vor der Grenze nach Ungarn an den vogelreichen Zicksee mit wundervollem Sonnenuntergang und keiner störte uns. Eigentlich suchten wir zuerst einen Campingplatz auf, der aber noch geschlossen war. Wieder was gelernt, Wintercamper sind eine ausgestorbene Spezies, keiner außer uns ist unterwegs.
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An der Grenze zu Ungarn bleiben wir Grenzerfahrenen Afrikaner pflichtbewusst stehen am Grenzgebäude, bis auch wir durchblicken, dass es verlassen ist und keiner unseren sortierten Berg an Dokumenten haben will. Sogleich ging es auf die mautfreie Landesstraße und wir atmeten sofort auf, welche Landidylle, welche Ruhe und freundliche Menschen! Per Zufall erreichten wir einen kleinen Stellplatz bei einem Opa mit 92 Jahren bei seinem Preshaz – ein altes uriges Presshaus für typische Eigenbauweine. Hier war Robert als Jugendlicher im Weinkeller versackt! Wir genießen den menschenleeren Balaton mit Fahrradfahren, lecker Weinverkostung, Gesprächen mit dem Opa und deliziösen Fischgerichten. Die Sonne scheint, die Mandelbäume blühen, hier sind glücklich wieder auf Tour zu sein!
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Nach einem 1er-Kniffel mit im ersten Wurf beschließen wir weiterzufahren. Mit der Fähre ging es über den Balaton. Robert ist erfüllt von Kindheitserinnerungen, mit stundenlangem Warten und Staus anhand der tausenden Touristen und genießt die Ruhe der Nebensaison eines völlig anderen Sees. Auf einfacher Teerstraße gelangen wir an einen Wildspot, an einen kleinen Angelsee im Süden wollen wir doch zügig in den Süden über Serbien und Bulgarien fahren. Aber es kommt anders…. Zunächst ahnen wir noch nichts von unserem Missgeschick und wandern um den See mit seinen vielen Fischen, Bibern und wir sehen die ersten …. des Naturschutzgebietes… Auch fanden wir einen sehr netten Angler, der wiederum den Kontakt herstellte, dass Robert angeln darf.
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Nichtsahnend werden wir nachts wach, weil es anhand von Starkregen auf das Wohnmobil prasselt. Tja, am nächsten Morgen begutachten wir den aufgeweichten Lehmboden um uns rum und scheitern kläglich am 1. Versuch zurück zur Teerstraße zu gelangen …nur 20 Meter trennen uns. Pech für uns, der Regen wurde immer mehr und Minusgrade ließen uns doch etwas frieren. Da half nur Tee mit Schuss. Und dick eingemummelt viel wandern. Zu Anfangs machten wir uns noch keine Sorgen, dachten wir, das Wetter wird besser (weit gefehlt!!) und jemand von den Anglern kann uns ja herausziehen (noch weiter gefehlt!). Die Ungarn dieses Vereins haben beschlossen uns zu ignorieren und boykottieren und nachts mit Abblendlicht auch noch zu nerven, von Helfen weit gefehlt. Auch Angeln wurde verboten, dafür wurden wir ständig beobachtet. Sowas ist uns auf der ganzen Reise nicht passiert und wir bekommen Afrika Heimweh! Langsam ging das Sundowner Getränk aus zum Aufwärmen und trotz Unbekümmertheit und positivem Lächeln wollten wir dann doch weiter, denn der Wetterbericht auch am 5. Tag bescherte uns Kopfschütteln. Neuer Versuch herauszukommen, ich stemme mich hinter Berti, Stöckchenstraße gebaut, aber nichts ging. Doch auch selbst in Ungarn ist die Hilfe Namibias nicht weit! Kurz vor unserem Abflug aus Namibia hatten wir noch Sven aus Zwickau kennengelernt und Nummern ausgetauscht. Zufälligerweise kontaktiert er uns in Ungarn, zufällig ist er gerade in Nordkroatien und als er von unserer Situation erfährt ist er am nächsten Tag nach 250km Fahrt bei uns und zieht uns binnen 10 Minuten raus – Unfassbar !!! Sven, dir gebührt das dickste Dankeschön! Soviel Hilfsbereitschaft macht uns sprachlos!