12.5. – 2.6. ( 1.174km )

Entschleunigen in einer antiken Welt mit Göttern, Helden und Mythen, Traumstrände und dazu schmackhaften Souvlaki, würzigen Rezina, knofigen Tzatziki, deliziöse Oliven und ganz viel Sirtaki, eben typisch Griechenland!
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Durch dicht bewaldete Hügel und Täler erreichen wir die hübsche Stadt Ioannina in der Region Epirus.Wir finden nach einem erfolgreichen Tierarztbesuch zur Auffrischimfpfung einen Platz direkt am dortigen See, tauchen sofort ein in die griechische Atmosphäre der Leichtigkeit des Seins mit vielen Insekten.
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Durch die Ausläufer des Pindosgebirges (Berti ächzt sich hoch und runter) erreichen wir erwartungsvoll die steinernen Felstürme Meteora. Aus Konglomerta-Gestein erheben sich freistehende Nadeln bis zu 450 Meter in die Höhe und auf deren Spitze thronen orthodoxe Klöster (24 gesamt). Hier muss das Felsklettern erfunden worden sein, wir fragen uns wirklich wie dort die Gipfel erreicht und bebaut werden konnten im 14. Jahrhundert. Ein sehenswerter Ort mit wunderschöner Atmosphäre!
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An einem kleinen Flusslauf finden wir einen Übernachtungsplatz, an dem Robert sogar (erfolglos) angeln darf, aber ein dortiger Opa holt mal schnell einen Karpfen mit einer Handschnur raus. Ich denke aus Mitleid hat er ihn uns geschenkt … also Griechenland fängt fantastisch an, das Abendessen war gerettet!
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Winkend fahren wir vorbei am höchsten Gebirge Griechenlands, dem Olymp mit seinen Göttern, genehmigen uns ein Bad im ägäischen Meer mit Blick auf den schneebedeckten Gipfel und stehen 1 Nacht auf einem Camp, welches noch offiziell zu ist und keiner will Geld von uns. Am geschichtsträchtigen Thessaloniki fahren wir nur vorbei und schon erreichen wir Sithonia, den Mittelfinger der Chalkidiki Halbinsel. Traumbuchten mit türkisem Wasser wechseln sich ab mit Pinienwäldern, Olivenhainen und Weinbergen. Wir ergattern einen direkten Platz am Meer auf einer Campsite, wo wir uns mit unseren Freunden verabredet haben. Die Wiedersehensfreude war riesengroß und die Nacht wurde lang! Wir verleben ein paar entspannte Ferientage mit Dauerblick auf das wunderschöne Meer und schwimmen schon vor dem 1. Kaffee im spiegelglatten Wasser.
Hier kann man sich in der Zeit verlieren..…ja, wenn wir nicht wieder prägende Erlebnisse mit deutschen Dauercampern (mit gehisster Flagge) und Schweizer Schickimicki Campern gemacht hätten. Unser altes Wohnmobil ist nicht stand genug . “Auf ein Wort” war der Spruch des Tages, als Olga (wie erlaubt von den Campingplatzbesitzern) mit uns den Strand entlang lief (nur wenn kein anderer da war) und dies der vermeintlichen Fraktion: “uns gehört hier alles inklusive unserer Regeln, weil wir campen hier schon jeden Sommer der letzten 30 Jahre….”nicht passte. Die Rettung nahte mit 2 lieben anderen Campern aus Berlin und ihren 2 wasserverrückten Labradoren. Gemeinsam genießen wir abends den Strand für uns, denn der Rest hatte pünktlich ihre Satellitenschüsseln ausgefahren und schauen Nachrichten. Zeit für uns von der touristischen Gegend Abschied zu nehmen und wieder unberührte Plätze zu finden.
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Vorbei am leuchtend schillernden Meer fahren wir weiter und finden einen Wildspot direkt am Strand. Hier lockt die geschwungene Bucht zum Spazieren und schwimmen ein, bietet von der alten Ruine bezaubernde Blicke auf den Berg Athos. Auch hier verliert man sich im Hier und Jetzt und genießt den Rhythmus am Mittelmeer. Die Anwohner und griechischen Tagesgäste sind hier wie überall tiefenentspannt und sehr freundlich.
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Ein stillgelegter Campingplatz (Hier wird viel angefangen, läuft gut an, aber wenn 1 Jahr nix los ist, wird gerne einfach alles verlassen) bietet einen gemütlichen Platz für eine Nacht. Am späten Nachmittag kam der Athos mit der Sonne und den Wolken, in einem schönen Licht spektakulär rüber.
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Wir beschlossen doch nach Kavala zu fahren. Direkt am Hafen haben wir geparkt, unterhalb der Festung. Wir schlendern durch die hübsche Altstadt zum 280 Meter langen Aquädukt. 25 Meter hoch überbrückt es den tiefer gelegenen Teil der Stadt zur Festung und war Teil des 6 km langen Baus einer Überlandleitung zur Wasserversorgung bis zu einer Wasserquelle. Bevor wir Griechenland verlassen, entscheiden wir kurzfristig Berti noch eine Inselumrundung zu gönnen und somit stranden wir auf Thassos, die nördlichste Insel Griechenlands.
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Gebirgig, grün und dank des weißen Marmors strahlt hier der Strand nochmals heller, das Meer glitzert noch glasklarer und schimmert uns noch türkisgrüner entgegen wie anderswo, sodass wir gleich eine ganze Woche dort hängenbleiben. Trotz der Vorbereitungen für die Hochsaison dürfen wir schattig unter Pinien mit Meerblick neben einem Hotel stehen an der Westküste. Hier lernen wir Franz und Ami aus Regensburg kennen, auch mit Hund unterwegs und sogleich beweist uns Ami ihre sagenhaften thailändischen Kochkünste und wir sitzen noch lange zusammen. Tagsüber radeln wir an Stränden entlang, durch Olivenhainen zu kleinen Häfen und Fischläden. Wir sammeln Wildkräuter und Blumen und kaufen massig Olivenöl, Oliven, Feta, Scampis, Fisch und Wein. Das hätte ewig so weitergeht können!
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Die Aussicht auf Bilderbuch Strände lässt uns nicht weit kommen, vor lauter Fotostopps braucht’s erstmal eine Stärkung und so landen wir in Blau-Weißem Ambiente und stopfen uns genüsslich voll mit Gyros und Souvláki. Als dann noch der mächtige Nachtisch aufs Haus kommt, schaffen wir es gerade noch ins Pefkari Camp und treffen dort Franz und Ami wieder. Tagsüber gräbt man die Zehen in Puderzuckersand, eine leichte Meeresbrise weht durchs Haar und man schaut verträumt auf sanft auslaufende Wellen in die Weite. Das viele Nichtstun, nur unterbrochen von entspannenden Schwimmzügen im kristallklaren Meer, macht bekanntlich hungrig und die Abende füllen wir mit leckeren Restaurantbesuchen bis spät in die Nacht, dank süffigem Rezina, Prosten mit Raki und Zorba Tanzeinlagen mit den Kellnern. Am letzten Abend gibts endlich mal wieder einen anständigen Braai, und das direkt am Strand. Auch die 2 Hunde und die Katze flitzen ausgelassen über den Strand. Der sundowner schmeckt hier zu oft ausgezeichnet, sodass die Abfahrt am nächsten Tag nicht so früh stattfindet….
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Sightseeing fällt daher flach und wir schaffen’s gerade mal wieder ein paar Buchten weiter bis uns eine einsame Bucht lockt und der dortige Bewohner, Dimitri, und willkommen heißt neben seinem Haus zu stehen. Griechenland, du kannst schon was, wir können nicht genug bekommen vom Strandleben und genießen die sonnigen Tage und lauen Nächte. Franz und Ami können nicht an uns vorbeifahren und schließen wieder auf und dank Franz seiner Griechischkenntnisse verbringen wir einen interessanten Abend mit Dimitri, der uns herzlich einlädt seinen eigenen Wein zu verkosten, dazu eigene Kartoffeln, mit eigenem Oregano, Zitronen und Olivenöl von seinen Bäumen, welche 700 Jahre alt sind! Thassos hat uns im Griff, wir können uns kaum loseisen und wir hätten hier den ganzen Sommer verbringen können! Mit der Fähre geht’s zurück zum Festland.
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Schnell umrunden wir die Ostküste der Insel, denn Chiara landet bald in Bulgarien und wir haben uns entschlossen einen Abstecher in die Türkei zu machen! Außerdem bevölkern nun Scharen an Hotelgästen die mit Schirmen und Liegestühlen zugestellten Strände, die Saison hat begonnen, nix wie weg! Durch den Nestos Nationalpark wollen wir nochmal zu einem Strand vor dem Grenzübertritt. Plötzlich Wasserbüffel, ein Cowboysaloon, Baumwolle und viele Schlangen, ein bisschen Asien & Afrika in Europa! Griechenland war mal ein großer Lieferant an nachhaltig angebauter Baumwolle, leider gab es wegen Überschwemmungen erhebliche Ernteeinbussen. Die Wasserbüffel gibt es seit 2500 Jahren. Wir finden einen einsamen Platz am Strand und lassen nochmal die Seele baumeln, Griechenland ist ein abwechslungsreiches Reiseland, das immer wieder eine wunderschöne Zeit bereitet. Es wird langsam heiß, das Meer ist endlich warm und spiegelglatt. Da kann sogar Pommes nicht widerstehen und schwimmt das erste Mal im Meer! Da lacht bestimmt auch Poseidon, der griechische Meeresgott! Danke Griechenland, bis zum letzten Tag wunderschön!