4.4. – 22.4. (950km)

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Kroatien – Gastfreundschaft und Reisebegegnungen im Frühlingsduft zerklüfter Berge und mediterraner Küstenlandschaft Aufatmend folgten wir Sven gleich hinterher nach Kroatien, somit eine komplette Routenänderung ohne detaillierten Plan. So ist das Reisen mit dem Oldtimer Wohnmobil, Flexibilität und Dankbarkeit, wenn man überhaupt im Zeitplan irgendwo ankommt. Die Grenze von Ungarn nach Kroatien war eine Formsache von 2 Minuten: Pass, einmal Tiere streicheln und fragen, ob man den Heimtierpass hat und schon waren wir eingereist. Handykarte funktioniert auch dank EU. Ist das alles so unglaublich einfach! Bei Sven angekommen gab es erstmal einen Sektumtrunk und lecker Braai! Och waren wir so dankbar. Seine Freundin Marina samt Familie waren auch da – aus der Ukraine. Man kann sich vorstellen, dass sich sehr berührende, aber auch interessante Gespräche ergaben und wir seitdem die Situation in der Ukraine noch bewusster wahrnehmen. Sven wohnt sehr idyllisch, da wo die Teerstraßen aufhören und das authentische Kroatien seinen Gang geht. Viele Spaziergänge erfreuen unser Herz mit Ausblicken (sogar Hirschkühe lassen sich blicken) in die Pannonische Tiefebene. Blumenwiesen, alte Weinpressen, charmante Landhäuschen, blühende Obstbäume, ursprüngliche Wälder und äußerst liebe Dorfbewohner wachsen uns ins Herz, sodass wir sofort entscheiden, dass wir hier unbedingt nochmal herkommen müssen.
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Bei strahlendem Sonnenschein ging es endlich mal aufs Fahrrad, wir wollten den Angelsee in der Umgebung finden. Unterwegs ergaben sich immer mal wieder Tier- und Menschenbegegnungen, sogar deutsch beherrschen noch einige. Wir kamen bergauf ganz schön ins Schwitzen, aber der See inmitten einer geschützten Moorlandschaft mit Stegen zum Spazieren gehen bot nicht nur einen Traumplatz zum Stehen mit dem Wohnmobil, sondern auch die Erlaubnis zum Angeln. Auch hier sind wieder viele Biber beschäftigt. Geschafft nach 20 km Rückweg stärkte uns Marina noch mit der traditionellen ukrainischen Suppe Bortschi und Olga’s große Liebe Karl-Heinz wartete die ganze Nacht vor dem Tor. Sven, Marina und Familie ihr seid der Wahnsinn an großem Herz, lieben Dank für alles!
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Am Angelsee (nun mit Klein Berti) angekommen wurden wir herzlich von Karolina in die örtlichen Angel- und dann auch Lebensgepflogenheiten eingeführt. Sehr offen und herzlich wurden wir aufgenommen und das freie campen war kein Problem. Es wurde sich sehr gastfreundlich nach uns geschaut, Angelausrüstung geliehen und selbst Hund und Katze wurden mit Leckerlis verwöhnt! Wir wollen auch unsere 2 Angelerfolge nicht unerwähnt lassen! Ein Karpfen und eine Bräse, die aber nicht in der Pfanne landeten.
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Auf unserem Weg an die Küste ließen wir uns den Naturpark Plitvicka Seen nicht entgehen. Ein Traum an in Kaskaden abgestufte Seenlandschaft mit unzähligen verbundenen Becken und Wasserfällen. Durch ein einzigartiges Naturphänomen der Travertinbildung bilden sich fortlaufend Barrieren zwischen den einzelnen Becken. Das türkisblaue Wasser enthält keine organischen Substanzen. Staunend erkunden wir diese Wunderlandschaft im Karst auf hölzernen Stegen, auf dem Boot und mit Bahn. Dank der frühen Morgenstunden und der Vorsaison konnten wir dies noch bestaunen ohne tausende an anderen Besuchern. Auch die Tatsache, dass bedingt durch die Vorsaison noch nicht alle Campingplätze offen sind, wird das Freistehen geduldet.
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Trotzdem landen wir zwischendurch auch mal auf einem Campingplatz, denn eine heiße Dusche bei immer noch kalten 0 Grad darf auch mal sein. Es gibt sogar einen Waschplatz für Hunde. Durch das Dinarische Gebirge mit nochmal Schneeresten geht es Richtung Küste.
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Unterwegs lockt uns ein Abdreh mit dem Schild Wasserfall am Fluss Zrmanja und wir werden nicht enttäuscht!
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Kurz hinter Sibenik erfreuen wir uns an Olivenhainen, Weinanbau, Zitronenbäumen und Oleandern und finden einen ruhigen Nachtplatz mittendrin. Wir schnappen uns die Fahrräder und nach einer kurzen Tour landen wir im traditionellen 200 Jahre alten Haus mit Restaurant in Saricevi Dvori. Das Gulasch ist köstlich und der Wein süffig, und zum Abschluss gibts noch einen Kischschnaps mit der sympathischen Wirtin. In der Ferne leuchtet schon das Mittelmeer!
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Ab nun befahren wir eine der schönsten Küstenpanoramastrecken, die Adria Magistrale, die uns mit ihrer Steilküste staunend nach jeder Kurve immer wieder neue Ausblicke auf Buchten und Inseln bietet. Wir atmen würzige Mittelmeerluft dank Zypressen, Zitrusbäumen, Rosmarin und mediterranen Bergkräutern gepaart mit frischer Meeresbrise – sofort landen wir um Urlaubsmodus. Ein kleine Campsite lockt uns, hier stehen zwar schon einige Camper, Vans und 2 Allrad Expeditionsmobile, aber Dank der Bekanntschaft durch unsere Katze mit Pierro und Familie fühlen wir uns so wohl, dass wir 3 Tage zusammen Wein, Fisch und das Meer genießen!
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Beim 2. bunten Stand im fruchtbaren Tal des Neretva mit Leckereien können wir nicht widerstehen und kaufen ordentlich Olivenöle, getrocknete Früchte, Ajvar und Wein ein. Die witzige Verkäuferin und Fotografin Adriana empfiehlt uns den Kitespot Neretva. Nach einer ausgiebigen Verköstigung unseres Einkaufes fahren wir doch noch raus, denn der Bura (böige starke Fallwinde von teilweise 200km/h) kommt auf und wir stellen uns 2 Tage zwischen Zitronenbäume, sogar die Wäsche trocknet innerhalb 1 Stunde.
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Begleitet von Delfinen und grünen Inseln schlängeln wir uns entlang der Serpentinenstraßen bis zur Grenze nach Bosnien-Herzegowina. Um Dubrovnik vor der Bedrohung von Venedig zu schützen, wurde dem osmanischen Reich ein Zugang zur Adria gewährt und schirmte Dubrovnik von Angriffen ab. Einreisedauer 1 Minute, Pass gucken, dann 7 km durch dieses Land mit der Küstenstadt Neum fahren, überall gibt es leckere Restaurants entlang der Straße. Leider fahren wir am selben Tag noch weiter wieder nach Kroatien, denn der Bura soll wieder stärker pusten. Bei der Einreise nach Kroatien werden wir erstmal zur Seite gewunken und eine Truppe Grenzkontrolleure checkt unser Wohnmobil von oben bis unten durch, keine Ahnung was die suchten, aber wir machen wie immer unsere Späße und Olga und Pommes sind eh die Show, weil sie Schmusen wollen und somit geht es zügig weiter bis nach Dubrovnik. Hier stellen wir uns an einen kleinen Bootshafen und lassen uns ein Getränk am teuren Copacabana Strand munden.
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Nachdem Olga den Shuttlefahrer bezirzt hat, ließen wir uns per Bootsausflug zu den Elaphite Inseln schippern. Glitzerndes Meer, dazu Wein und lecker Fisch. Zu Fuß erkundigen wir die 3 malerischen Inseln Kolocep, Sipan und Lopud. Da unser Boot eine Playliste an Musik spielt, die von uns hätte sein können, kehren wir immer als Erste an Board zurück und trällern mit der Crew zu Rolling Stones, Janis Joplin und Pink Floyd. Da der Wein an Bord umsonst war, ließ es sich eine Nordamerikanische Reisegruppe nicht nehmen kräftig zuzuschlagen. Natürlich versuchte sie dann das halbe Schiff zu unterhalten😩 (haben wir in Afrika übrigens auch schon ein paar mal erlebt).
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Dubrovnik mit den gut erhaltenen Bauwerken im Barockstil, Renaissance und Gotik erkundigten wir in aller Frühe, um den Touristenmassen zu entgehen. Auf Kalkstein gepflasterten Wegen liefen wir kreuz und quer durch leere Gassen, immer wieder hin zur imposanten, im 16. Jahrhundert fertiggestellten, massiven Steinmauer (bis zu 8m stark). Olga war auch begeistert anhand der vielen Katzen. Die Stadt erreichte damals ihren Reichtum durch Handel und Wandel.
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Noch am selben Tag entfliehen wir dem Trubel in die letzte Ecke von Kroatien nach Molunat. Spaziergänge entlang rauer Steilküsten mit aufpeitschendem Wellengang und liebenswerte Stellplatznachbarn lassen uns 3 Tage Kroatien ausklingen. Kroatien ist in der Vorsaison ein leicht zu bereisendes Land mit vielen Übernachtungsmöglichkeiten und köstlichem Wein, Öl, Schinken und Käse.